Online-Kurs · Aufzeichnung

Traumasensible Integration innerer Anteile in der Beratung

ca. 3 Stunden Aufzeichnung · Folien und Literaturliste als PDF · Zugang ohne Zeitlimit

Für Lebens- und Sozialberater:innen, die traumasensible Teilearbeit in der Beratung einsetzen und dabei sicher im rechtlichen Rahmen bleiben wollen.

Lerne drei ausgewählte Methoden der Teilearbeit kennen. Dazu die Polyvagaltheorie und die Grenze zur Traumatherapie, an der sich in der Praxis die meisten Fragen aufhängen.

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Elena Scherschneva, psychosoziale Beraterin und Trainerin, am Schreibtisch beim Arbeiten am Laptop

Aus der Praxis

Wenn in der Beratung Trauma-Dynamiken auftauchen

Was sich im Laufe der Zeit zeigt

Eine Klientin kommt wegen Perfektionismus, und irgendwann erzählt sie von Gewalt in der Kindheit. Das passiert häufiger, als man beim Erstgespräch vermutet, und dann steht die Frage im Raum, was man damit anfängt, ohne ins therapeutische Terrain zu rutschen.

Der Teil, der dagegen arbeitet

„Ich möchte meine Sachen zu Ende bringen, aber irgendein Teil von mir arbeitet dagegen." Dahinter stecken häufig innere Anteile, die einmal als Schutz entstanden sind. Wer sie erkennt, hat einen anderen Zugang als über Zielsetzung und Motivation.

Der Graubereich zwischen Beratung und Therapie

Wo hört traumasensible Beratung auf, wo beginnt Traumatherapie? Dieser Bereich verunsichert viele Kolleg:innen. Manche trauen sich zu wenig zu, andere gehen weiter, als ihnen im Moment bewusst ist, und beides hilft weder den Klient:innen noch der eigenen Rechtssicherheit.

Die eigenen Muster im Raum

Ein Klient erzählt etwas, das bei uns selbst etwas auslöst, und schon reagiert man aus dem eigenen Muster statt aus der professionellen Rolle. Wer eigene Trauma-Erfahrungen mitbringt, kennt das. Auch dafür braucht es Werkzeug.

Solche Situationen gehören zur Praxis. Wir sind für vieles ausgebildet worden, für diesen Teil eher nebenbei. Und es zahlt sich aus, da genauer hinzuschauen.

Abgrenzung

Traumatherapeutisch und traumasensibel

Die beiden Rahmen schließen einander nicht aus. Eine Klientin kann in Traumatherapie sein und daneben in der Beratung an ihrer Alltagsstabilität arbeiten. Was sich unterscheidet, ist der Auftrag.

Traumatherapie Traumasensible Beratung als LSB
Das Trauma aufarbeiten und integrieren Sicherheit im Hier und Jetzt stärken, Ressourcen aufbauen
Tiefe Verarbeitung, etwa über Exposition, EMDR oder Körperarbeit Stabilisierung über Achtsamkeit, Ressourcenarbeit und behutsame Teilearbeit
Direkte Konfrontation mit dem Trauma-Material Trauma-Dynamiken erkennen und in der stabilisierenden Rolle bleiben
Diagnostik möglich Keine Diagnostik. Bei Verdacht weiterverweisen und an der Alltagsstabilität weiterarbeiten

Die Polyvagaltheorie liefert dazu wertvolle Anhaltspunkte: In welchem Zustand ist das Nervensystem gerade, und was ist in diesem Zustand überhaupt möglich? Veränderung passiert nur in Sicherheit und Verbindung. Deshalb ist die Stabilisierung die Arbeit, die als Erstes dran ist.

Inhalte

Was im Kurs behandelt wird

Trauma verstehen

Fünf Definitionen im Vergleich (APA, WHO, ICD, Gesundheitsportal Österreich, Gabor Maté), dazu die Unterscheidung zwischen Big-T und Small-T-Trauma und die Frage, warum Bindungstraumata für die Beratungspraxis die größte Rolle spielen.

Drei Methoden der Teilearbeit

IFS nach Dr. Richard Schwartz mit Managern, Feuerwehrleuten, Exiles und dem Selbst. Compassionate Inquiry nach Dr. Gabor Maté, das Trauma als Trennung vom Selbst versteht. Radikale Erlaubnis nach Mike Hellwig. Was die drei verbindet und wo sie auseinandergehen.

Polyvagaltheorie für die Praxis

Die drei Zustände des Nervensystems (ventral-vagal, sympathisch, dorsal-vagal) und woran sich ein hochfunktioneller Shutdown erkennen lässt.

Der Leitfaden für die Sitzung

Körperwahrnehmung, Erlaubnisfrage, dem Anteil eine Stimme geben, die positive Absicht erkunden, würdigen. Dazu der Umgang mit Widerstand, starken Emotionen und Dissoziation.

Wenn du vorher hineinlesen willst: Zu IFS, Compassionate Inquiry und der Polyvagaltheorie gibt es in der Rubrik „Hintergrundwissen" einige Beiträge. Frei verfügbar, ohne Anmeldung.

Nach dem Kurs

Was du danach in der Sitzung machen kannst

  1. Die Grenze im konkreten Fall ziehen

    Du erkennst im laufenden Gespräch, wann du im beraterischen Rahmen bist und wann nicht, und du weißt, wie du weiterverweist, ohne das Vertrauen zu beschädigen.

  2. Mit inneren Anteilen arbeiten

    Du erkennst Konflikte zwischen inneren Anteilen und kannst den Einsatz deiner Methoden danach ausrichten. Als Arbeitshypothese, die du im Gespräch überprüfen kannst.

  3. Über den Körper einsteigen

    Du hast die Fragen und die Reihenfolge dafür, vom Körperscan über die Erlaubnisfrage bis zur Würdigung des Anteils.

  4. Den Zustand des Nervensystems lesen

    Du siehst, ob jemand gerade ventral, sympathisch oder dorsal unterwegs ist, und richtest dein Tempo danach aus.

  5. Starke Emotionen halten

    Widerstand, Abwehr, Dissoziation, Konflikte zwischen zwei Anteilen: du weißt, was du in der Sitzung damit machst und an welcher Stelle du stoppst.

  6. Die eigene Reaktion mitlesen

    Du merkst früher, wenn ein Thema bei dir selbst andockt, und hast Ansatzpunkte, das zu bearbeiten, statt es zu überspielen.

Umfang

Das ist enthalten

  • Die Aufzeichnung des Seminars, ca. 3 Stunden
  • Die Folien als PDF
  • Eine kuratierte Literaturliste zu allen drei Methoden
  • Der Schritt-für-Schritt-Leitfaden für die Arbeit mit inneren Anteilen
  • Zugang ohne Zeitlimit, abrufbar über ThriveCart Learn

Wer das unterrichtet

Elena Scherschneva

Elena Scherschneva, psychosoziale Beraterin und Trainerin, die Hände unter dem Kinn verschränkt

Staatlich geprüfte psychosoziale Beraterin · Supervisorin · Trainerin

Zur Beratungsarbeit bin ich 2014 gekommen, über einen persönlichen Weg, wie viele von uns.

Der Schwerpunkt auf der Teilearbeit ist über einen Umweg entstanden. Nach Jahren an Selbsterfahrung (Einzelsettings, Gruppen, Familienaufstellungen) gab es immer noch Themen, die mich zuverlässig getriggert haben. Über die Emotionsregulation bin ich beim Internen Familiensystem gelandet, danach bei Compassionate Inquiry und der Radikalen Erlaubnis.

Inzwischen arbeite ich in fast jeder Beratung mit inneren Anteilen. In diesem Kurs gebe ich weiter, was sich dabei bewährt hat, und die Abgrenzung, die es braucht, um als LSB damit sicher zu arbeiten.

Fragen

Häufige Fragen

Brauche ich Vorkenntnisse zu IFS oder zur Polyvagaltheorie?

Nein. Die drei Methoden und die Polyvagaltheorie werden von Grund auf erklärt. Wenn du schon Vorwissen mitbringst, liegt der Gewinn eher in der Einordnung: was davon in den LSB-Rahmen passt und was nicht.

Wird der Kurs als Fortbildung bestätigt?

Nein. Bestätigt wird nur, wo ich live dabei bin, und das hier ist eine Aufzeichnung. Wenn du Stunden für den Nachweis brauchst, findest du sie bei den Fortbildungen mit Termin.

Lerne ich hier, Trauma zu behandeln?

Nein. Der Kurs bleibt im Rahmen der psychosozialen Beratung, also bei Stabilisierung, Ressourcen und dem Erkennen von Mustern. Die Grenze zur Traumatherapie ist ein eigener Block, und du weißt danach, an welcher Stelle du weiterverweist.

Ist das eine Live-Veranstaltung?

Nein. Du bekommst die Aufzeichnung eines Seminars, das ich in einer kleinen Gruppe gehalten habe. Die Fragen und Diskussionen der Teilnehmer:innen sind mit drauf, und dadurch wird der Stoff greifbarer als in einem reinen Vortrag.

Passt das zu meinem Methodenkoffer?

Ob du systemisch, familientherapeutisch oder psychodynamisch arbeitest: die traumasensible Teilearbeit kommt als zusätzliche Perspektive dazu, der Blick auf innere Anteile und auf das Nervensystem als Informationsquelle. An deinem bisherigen Handwerk ändert sich dadurch nichts.

Kann ich das direkt in meiner Praxis anwenden?

Ja. Der Leitfaden und die Fragen sind für die nächste Sitzung gedacht. Teilearbeit wird mit Übung besser, und die Literaturliste zeigt dir, wo du gezielt weiterliest.

Was, wenn ich dabei merke, dass ich mehr Begleitung brauche?

Dann ist die Supervision der passendere Ort, einzeln oder in der Gruppe. Wenn du dir unsicher bist, ob das passt, schreib mir kurz.

Zugang

Zugang zum Kurs

EUR 48,-

inkl. USt · Einmalzahlung · Zugang direkt nach dem Kauf

Der Kurs enthält Ausführungen zur Grenze zwischen traumasensibler Beratung und Traumatherapie, unterschiedliche Trauma-Definitionen für die Praxis, die drei Methoden der Teilearbeit und Grundlagen der Polyvagaltheorie.

Wenn du genau das für deine Praxis brauchst, geht es hier zum Kauf.

Der Kauf läuft über ThriveCart. Die Kasse wird erst geladen, wenn du hier klickst, vorher geht keine Verbindung dorthin.

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